Ute Stockhausen leitet seit 2001 den Sozialdienst Katholischer Frauen in Lippstadt. Foto: Sabine Hense-Ferch

„Wir brauchen Familien mit viel Herz für Kinder“

Elippse-Serie Frauengespräche – Teil 1: Ute Stockhausen

Sie leitet seit zwölf Jahren als Geschäftsführerin den Sozialdienst Katholischer Frauen: Ute Stockhausen. Die studierte Sozialarbeiterin und Sozialbetriebswirtin ist Mutter eines erwachsenen Sohnes und lebt mit ihrer Familie in Paderborn. Mit Elippse-Redakteurin Sabine Hense-Ferch sprach Ute Stockhausen über die schwierige Wohnsituation vieler Alleinstehender, über den Pflegekinderdienst und die Bereitschaft der Lippstädter zu ehrenamtlichem Engagement.
Hense-Ferch: Der SkF ist ein wichtiger Baustein der sozialen Arbeit, Frauen und Familien stehen im Fokus. Wo brennt es denn besonders in Lippstadt?

Ute Stockhausen leitet seit 2001 den Sozialdienst Katholischer Frauen in Lippstadt. Foto: Sabine Hense-Ferch
Ute Stockhausen leitet seit 2001 den Sozialdienst Katholischer Frauen in Lippstadt. Fotos: Sabine Hense-Ferch

Stockhausen: Im Moment ist es vor allem die Wohnungssituation, die mir Sorgen macht. Kleine und günstige Wohnungen sind schwer zu finden, vor allem Alleinstehende, die sich keine hohen Mieten leisten können, sind betroffen. Für alleinstehende Frauen oder Alleinerziehende mit Kind sind das oftmals ganz finster aus: Wir haben für Frauen, die sich in einer schwierigen Lebenssituation oder in Umbruchphasen befinden, das Wohnhaus Klusetor, aber das ist nur ein Zuhause auf Zeit. Einige der Frauen, die hier vorerst eine Bleibe gefunden haben, können aber gar nicht ausziehen, weil sie nichts bezahlbares finden. Diese problematische Entwicklung nimmt zu.
Hense-Ferch: Der größte Arbeitsbereich des SkF ist der Pflegekinderdienst. Wie sieht es denn hier aus? Finden Sie genug Familien, die bereit sind, ein Pflegekind aufzunehmen und wie sind überhaupt die Voraussetzungen, die eine solche Familie mitbringen muss?
Stockhausen: Grundsätzlich suchen wir immer Familien, die ein Kind auf Zeit bei sich aufnehmen wollen. Als Voraussetzung müssen Sie ein großes Herz und einen guten Willen, das Kind intensiv zu begleiten, aber natürlich auch die räumlichen Voraussetzungen mitbringen. Das Alter der Eltern spielt – anders als bei Adoptionen – kaum eine Rolle. Wir haben derzeit etwa 70 Kinder bis 14 Jahre in Lippstädter Pflegefamilien, davon 40 in Dauerpflege. Aber auch für die Bereitschaftspflege – wenn Kinder in akuten Situationen aus der Familie herausgenommen werden müssen – brauchen wir Familien, die nichts so schnell aus der Bahn wirft.
Hense-Ferch: Wie sieht es denn überhaupt mit der Bereitschaft zu ehrenamtlichem Engagement aus? Wer nicht an der Basis arbeiten möchte, könnte sich doch auch in der Führung engagieren, oder?
Stockhausen: Stimmt. Wir suchen demnächst für unseren Vorstand eine neue Vorsitzende, da unsere langjährige Vorsitzende Hanna Ahlers den Vorstand verlässt. Die Voraussetzungen sind einfach: Der Vorstand muss weiblich und katholisch sein. Wer Interesse hat, kann gerne einmal bei einer unserer monatlichen Sitzungen hereinschnuppern und es ist auch möglich, sich bei internen Schulungen über die verschiedene Bereiche des SKF zu informieren. Die Vorstandsarbeit ist ein interessanter Job mit großen Gestaltungsmöglichkeiten, es handelt sich ja um das Gremium, das die strategische Ausrichtung des Vereins bestimmt. Man kann eigene Ideen einbringen, neue Ideen entwickeln und sich auf Regional- und Bundesebene vernetzen.

Die Geschäftsstelle des SKF befindet sich in der Cappelstraße
Die Geschäftsstelle des SkF befindet sich in der Cappelstraße

Hense-Ferch: Was haben Sie sich für die Zukunft vorgenommen?
Stockhausen: Ich kann noch nicht viel verraten, aber wir planen, ehrenamtliche Familienbegleiter und Begleiterinnen zu gewinnen und zu schulen. Diese Familienbegleiterinnen sollen den Kontakt zu einer Familie halten, mit den Kindern wie mit einem Patenkind etwas unternehmen und ähnliches. Für Schulung und Koordination werden wir Personal bereitstellen und hoffen natürlich viele Lippstädter und Lippstädterinnen zu finden, die sich dieser anspruchsvollen Aufgabe stellen möchten.

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