Die Lippstädter Englischtrainierin Gudrun Sprink.

„Wenn Du tust, was Du liebst, dann bist Du auch erfolgreich“

Elippse-Serie Frauengespräche – Teil 2: Gudrun Sprink

Sie habe mehrmals in ihrem Leben die Richtung gewechselt, erzählt Gudrun Sprink rückblickend. Heute arbeitet sie erfolgreich als Englisch-Trainerin für Unternehmen, die international ausgerichtet sind. Dort bringt die 47-Jährige Lippstädterin Mitarbeitern den letzten Schliff für Small-Talk und Geschäftsgespräche bei. Mit Elippse-Redakteurin Sabine Hense-Ferch sprach sie im Rahmen unserer neuen Interview-Serie „Frauengespräche“ über Lebensträume, Umwege und die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit.

Hense-Ferch: Sie haben viele Jahre in Frankfurt als Vorstandssekretärin gearbeitet, haben dort gut verdient, sich gut eingerichtet in Ihrem Leben. Dann kam 2001 die Rückkehr nach Westfalen, der Sprung in die Selbstständigkeit. Was ist da passiert?

Frauengespräche - diesmal mit der Lippstädter Englischtrainerin Gudrun Sprink. Foto: Sprink
Frauengespräche – diesmal mit der Lippstädter Englischtrainerin Gudrun Sprink. Foto: Sprink

Sprink: Das war keine plötzliche Entscheidung, das waren viele kleine Veränderungen, die dazu beigetragen haben, dass ich die Richtung gewechselt habe. Ich hatte eine Weiterbildung zur Eventmanagerin absolviert, weil ich als Sekretärin nebenbei auch viel zu organisieren hatte und die Inhalte spannend waren. Meine damalige Firma konnte mir aber trotz der Zusatzqualifikation keine weiteren Perspektiven bieten. Dann kam ein sehr gutes Angebot des Motivationstrainers Jürgen Höller, seine Veranstaltungen zu organisieren. Ich habe zugegriffen und in kürzester Zeit in einem Team von zehn erfahrenen Event-Managern ein Event für 13.000 Menschen in München organisiert. Meine Stelle wurde später gestrichen, ich musste mich neu orientieren. Nach Frankfurt konnte ich nicht zurück, meine Wohnung hatte ich an meine damalige beste Freundin vermietet. So bin ich 2001 erst mal zurück zu meinen Eltern nach Salzkotten gezogen und habe mir hier eine neue Stelle gesucht. 2006, nach fünf Jahren in wechselnden Tätigkeiten beschloss ich einen Existenzgründerkurs zu besuchen – und leckte Blut. Diese verschiedenen Stationen waren notwendig, um tatsächlich den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen und ich habe es nie bereut. Ich liebe das, was ich tue.

Hense-Ferch: Das heißt, Sie haben in der Selbstständigkeit das gefunden, was Sie immer gesucht haben?

Sprink: Ja, ich bin ein Typ, der gern die Verantwortung für sein Leben und seinen Job übernimmt. Das ist eine Voraussetzung für die Selbstständigkeit. Ich war auch als Angestellte ein sehr eigenständiger Typ, habe mich immer geweigert, Dinge zu machen, nur weil sie immer so gemacht wurden. Ich liebe meine Selbstständigkeit – das einzige, was mir manchmal fehlt, sind Kollegen. Diese Lücke habe ich im Laufe der Zeit aufgefüllt mit Netzwerken. Ich bin aktiv auf Xing, im IBVW, einem kleinen Trainernetzwerk, und im Lippstädter Frauennetzwerk. In solchen Gruppen treffe ich Leute, die einen ähnlichen Weg gegangen sind und das bringt mir viel.

Hense-Ferch: Wir sind hier in Räumlichkeiten, in den Sie leben und arbeiten. Wie vereinbaren Sie berufliches und privates?

Gudrun Sprink im Gespräch mit einer Kursteilnehmerin. Foto: Sprink
Gudrun Sprink im Gespräch mit einer Kursteilnehmerin. Foto: Sprink

Sprink: Ich sehe in meinem Leben gar nicht so sehr  die Trennung zwischen Beruf und Freizeit. Das klingt vielleicht für einige ungewohnt, aber ich habe wirklich mit diesem Beruf auch meine Berufung gefunden. Es gibt ein berühmtes Zitat von Steve Jobs, das sehr zutreffend ist: Tue das, was Du liebst, dann bist Du auch erfolgreich. Und so ist es auch. Ich vermische in gewisser Weise berufliches und privates.Seitdem ich mich in 2006 selbständig gemacht habe, stehe ich montagmorgens auf und freue mich auf die Woche, in der ich wieder verschiedenen Menschen begegnen kann und sie in ihrem beruflichen Tun unterstützen kann. Das bietet mir auch die Möglichkeit, mit interessanten Themen aus verschiedenen Branchen in Berührung zu kommen. In meiner trainingsfreien Zeit bilde ich mich gern weiter. Momentan nehme ich beispielsweise an einem etwa zweijährigen Ferncoaching bei einem anerkannten US Coaching Institut in Sachen Persönlichkeitsentwicklung, Mangement Skills, Finanzen und E-Commerce teil. Dieses Wissen gebe ich dann auch gern an meine Kunden weiter, wenn es passt.

Hense-Ferch: Weiterbildung ist ein gutes Stichwort. Wir haben auch anfangs schon darüber gesprochen. Sie erwähnten, das lebenslange Lernen ein zentraler Punkt in ihrem Leben ist, ein echtes Bedürfnis. Wie meinen sie das?

Sprink: Mir ist die persönliche Weiterentwicklung einfach wichtig. Ich habe das im Laufe meines Berufslebens immer wieder getan, bei der IHK als Fachwirtin für die Tagungs- , Kongress- und Messewirtschaft, bei der Academy for Management Assistants oder bei Ferncoachings. So bleibe ich up to date und kann vieles in meinen Trainings und Coachings auch anwenden.

Hense-Ferch: Jetzt müssen wir aber auch mal über Ihren Beruf als Englischtrainerin sprechen. Was unterscheidet Ihr Angebot denn von dem anderer Anbieter?

Sprink: Ich biete mittelständischen Unternehmen – bevorzugt aus der Region Südwestfalen, OWL oder Münsterland – die exportorientiert arbeiten und viele Auslandskontakte haben, ein spezifisches Mitarbeitertraining. Meine Trainings in der englischen Sprache und Veranstaltungs- und Messeorganisation zeichnen sich durch die intensive und flexible Betreuung sowie die passgenauen, individuellen Inhalte der Trainingsmaterialien aus. Ich bin ganz flexibel, das bedeutet: Von Small-Talk-Training bis zur Moderation eines Meeting, von der Präsentation bis zum Verkaufsgespräch variieren die Inhalte. Ich fahre zumeist in die Firmen und betreue kleine Gruppen von Mitarbeitern, da es oft schwierig ist für Manager, einen fixen Termin für ein Englischtraining einzuhalten, weil sich das Tagesgeschäft einfach nicht an starre Zeitpläne hält. Beim Sprechen in kleinen Gruppen werden Ängste und Unsicherheiten beim Englischsprechen schnell abgebaut.

Die Englischtrainerin hat keine Angst vor Veränderung. Foto: Sprink
Die Englischtrainerin hat keine Angst vor Veränderung. Foto: Sprink

Hense-Ferch: Sie sagen, Sie gehen ganz flexibel auf die jeweilige Situation ein. Wie hat man sich das vorzustellen?

Sprink: Ich biete maßgeschneiderte zumeist wöchentliche 90-Minuten-Präsenztermine oder auf Wunsch auch Tagesseminare an. Wir sprechen über die Dinge, die im Unternehmen akut sind, die gerade im laufenden Tagesgeschäft anstehen: Ein Verkaufsgespräch, ein Meeting – was auch immer. Ganz konkret an der jeweiligen Situation, am jeweiligen Produkt. Dadurch wird der wichtigste Gesprächsstoff trainiert: Die eigenen Produkte und Leistungen des Unternehmens. Ich passe dann entsprechend die Seminarunterlagen an, nach jedem Training gibt es eine „Follow up-Mail“ mit Zusammenfassung der Inhalte, Hausaufgaben und Tipps zum Selbststudium. Außerdem versorge ich alle Teilnehmer kontinuierlich mit englischen Hörbüchern, DVDs und Internetlinks, passend zum aktuellen Thema und für „zwischendurch“.

Zur Person

Gudrun Sprink ist gelernte Fremdsprachliche Direktionsassistentin. Studienaufenthalte führten sie nach London und Paris. Nach sechs Jahren Berufserfahrung in internationalen Unternehmen im Office- und Projektmanagement absolvierte die Lippstädterin eine einjährige Weiterbildung zur Fachwirtin für die Tagungs-, Kongress und Messewirtschaft (IHK). Die 47-Jährige verfügt über Berufserfahrung als Organisatorin von Seminaren und Events ebenso wie als Weiterbildungsreferentin bei der Gestaltung von Bildungsmaßnahmen. Insgesamt war sie 13 Jahre als Assistentin in verschiedenen Branchen der Wirtschaft tätig. Seit 2006 arbeitet sie als selbständige Business English Trainerin. In ihrer Freizeit tanzt sie gerne, entspannt sich auf langen Spaziergängen mit ihrem Partner und geht gerne auf Reisen.

Lebenslanges Lernen und das Weitergeben der Inhalte ist für Gudrun Sprink besonders wichtig. Foto: Sprink
Lebenslanges Lernen und das Weitergeben der Inhalte ist für Gudrun Sprink besonders wichtig. Foto: Sprink

 

Weitere Informationen zu Gudrun Sprink finden Sie hier:

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