Stift Cappel seit 425 Jahren evangelisch – Teil 6: Jubiläumsveranstaltung des Fördervereins – 25 Jahre

Megatrend Spiritualität – Die Welt ist nicht genug

Die Veranstaltung am vergangenen Samstag (19.10.13) begann mit einem feierlichen Gottesdienst: Pfarrer Dr. Hosselmann predigte über den „Megatrend Spiritualität“ und fand die Antwort mit Hilfe eines James Bond Film-Titels: Die Welt ist nicht genug. Wenn er seine Konfis (Konfirmanden) frage, was das wichtigste im Leben sei, erhielte er die Antwort: Freunde. Freunde sind wichtig, so wichtig, dass auch die Konfession in den Hintergrund trete. Und die Stiftskirche habe solche Freunde. Hieß es anfangs noch „Verein der Freunde der evangelischen Stiftskirche Cappel e. V.“ – so heißt es heute „nur noch“ Stiftskirche Cappel. Das Wörtchen evangelisch wurde schon kurz der Vereinsgründung gestrichen, um deutlich zu machen, dass die Kirche für alle Menschen offen ist.

Lippstädter Presbyterium

Direkt nach dem Gottesdienst fand der Vorsitzende des Presbyteriums, Pfarrer Volker Neuhoff, wertschätzende Worte für die Leistungen des Vereins. Die Arbeit werde vom Lippstädter Presbyterium positiv wahrgenommen.

Sekt und Schnittchen

In der Säulenhalle fand anschließend ein Empfang für Mitglieder des „Vereins der Freunde der Stiftskirche Cappel e. V.“ und Gäste statt.

„Mögen Sie auch in Zukunft immer Menschen finden, denen der Erhalt und die Förderung unserer Cappeler Stiftskirche am Herzen liegt.“

Mit diesen Worten brachte der Cappeler Ortsvorsteher Franz Gausemeier auf den Punkt, was die ca. 60 Anwesenden wünschten.

     Gausemeier - Morfeld
Ortsvorsteher Franz Gausemeier überreicht dem ersten Vorsitzenden Eckhard Morfeld die guten Wünsche.

Glühbirnen gebunkert

Der erste Vorsitzende Eckhard Morfeld ließ in seiner Ansprache die 25 Jahre des Vereins Revue passieren. Die Anschaffung der Lampen z. B. sei sehr schwierig gewesen. Welche sollten gewählt werden? Welches Licht? … Als der Verein endlich welche anschaffte, ahnte noch niemand, dass kurz darauf die EU-Leuchtmittelverordnung erneute Schwierigkeiten bringen würde. Man habe dann kurzerhand alle Leuchtmittel aufgekauft, die man bekommen konnte. Für geschätzte 20 Jahre. Morfeld wünscht – mit einem Lächeln – dass diese Glühbirnen so lange vorhalten werden, dass nicht er, sondern die nächste Generation, das Problem lösen müsse.

Ohne Ehrungen geht es nicht

Mit einem Lippstadt-Kalender – statt einer silbernen Nadel – wurden den Gründungsmitglieder für ihr Engagement gedankt.

Zwei Highlights seien an dieser Stelle besonders erwähnt:

Rietzsch-Orgel und Restauration der alten Turmuhr

Rafalzik erklärt Turmuhr
Siegfried Rafalzik erläutert das alte Uhrwerk.

Die erste große Anschaffung des Vereins ist die Rietzsch-Orgel. Es gab zwei Vorgängerinnen: Eine nach 1691 eingebaute und eine 1888 aufgestellte Orgel. In den 1950er Jahren wurde deutlich, dass eine grundlegenden Restaurierung nicht mehr möglich war. Man behalf sich mit einer Leihgaben der Marienkirche. Am 18. Dezember 1994 konnte die neue Orgel der Firma Rietzsch in Dienst genommen werden. Nach gut 20 Jahren steht nun eine professionelle Reinigung an, rät Kantor Roger Bretthauer.

Das zweite Highlight ist Turmuhr, die Äbtissin Prinzessin Pauline zur Lippe im Jahre 1897 dem Stift Cappel schenkte. Seit sie 2008 von Grund auf restauriert wurde – finanziert durch den Förderverein – kann das Stift Cappel das alte Uhrwerk stolz präsentieren. Wenn Siegfried Rafalzik die Turmuhr – ihre Geschichte und ihr mechanisches Funktionieren – vorstellt, merkt jeder Interessierte sofort, wie sehr ihm die Uhr am Herzen liegt.

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