Werk von Branstiftern: Das zerstörte Ameisennest am Witranssee. Fotos: Petra Salm

Mutwillige Zerstörung der Ameisennester – Wer steckt dahinter?

Fassungslos betrachten die Naturfreunde die ausgebrannten Nester der stark gefährdeten Kahlrückigen Waldameise am  Witranssee zwischen Lipperode und Mettinghausen. In den vergangenen Tagen sind fünf große Ameisennester am See systematisch zerstört worden. Der Witranssee ist der östlichste von insgesamt acht Baggerseen in der Gegend. Hartmut Blom, ein anerkannter Ameisenschützer, hatte die Verbrennung der Nester während seiner regelmäßigen Kontrollgänge hier entdeckt. Die Täter müssen sogar Brandbeschleuniger benutzt haben. Aber es gibt trotz der schlimmen Bilder der Zerstörung auch eine gute Nachricht: „Die Ameisenpopulation kann sich wieder erholen, wenn sie jetzt in Ruhe gelassen wird“, ist Petra Salm, Biologin bei der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz überzeugt.

Die Kolonien, die diese Art bildet, sind zwischen 100 und 150 Jahre alt und bestehen aus mehreren Nestern, die alle mit einander in Verbindung stehen. Die Zerstörung der Lebensgrundstätten dieser besonders geschützte Arten ist streng verboten. Das jedoch scheint die Brandstifter nicht zu stören: So mussten Hartmut Blom und Petra Salm von der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest e.V. feststellen, dass drei weitere Nester erst vor sehr kurzer Zeit in Brand gesteckt worden waren. Da die Brandherde noch schwelten und Gefahr für die Umgebung bestand, waren Polizei und Feuerwehr hinzugezogen worden. Zu dem Tatbestand, dass die Lebensstätten der besonders geschützte Arten nun in großen Umfang zerstört sind, ermittelt die Polizei nun auch wegen vorsätzlicher Brandstiftung. Hintergrund der Brandstiftung ist möglicherweise, dass es Bemühungen gibt, den See unter Naturschutz zu stellen.

Die Feuerwehr löscht die letzten Schwelbrände.
Die Feuerwehr löscht die letzten Schwelbrände. Fotos: Petra Salm

Petra Salm: „Von den acht Baggerseen, die es in dem Gebiet gibt, wird nur der Alberssee als Freizeitgewässer genutzt, fünf sind an Angelvereine verpachtet, der Zachariassee ist Naturschutzgebiet und beim betroffenen  Witranssee ist die Folgenutzung noch offen.“ Selbst die komplette Eliminierung der gefährdeten Ameisenarten werde die Schutzwürdigkeit des Gebietes nicht beeinflussen, so die Biologin. Es gebe zahlreiche andere Arten und Gründe, das Gebiet zu schützen.

Die Waldameisen sind ausgesprochen nützliche Tiere und sehr wichtig für das ökologische Gleichgewicht in der Natur. Sie lockern den Boden auf, sind Verteiler von Pflanzensamen und vertilgen Schadinsekten. Sie sind außerdem eine wichtige Nahrungsgrundlage für viele Waldtiere. So ernähren sich insbesondere Spechte von Ameisen, aber auch für Amphibien und andere Insekten bilden Ameisen eine wichtige Nahrungsgrundlage. „Diese Tiere so gezielt und systematisch zu töten, ist absolut unverständlich“, erklärt Petra Salm.   Damit Bandstifter in Zukunft abgeschreckt werden, wird die Polizei  in den nächsten Tagen vermehrt in der Gegend präsent sein. Und auch Anwohner und Spaziergänger sind aufgerufen, aufzupassen und bei verdächtigen Handlungen oder Brandgeruch in dem Bereich sofort die Polizei (110) einzuschalten.

Augen auf am Witransee!

OpenStreeMap
http://www.openstreetmap.de/karte.html?zoom=16&lat=51.71053&lon=8.42366&layers=B000TT

Es handelt sich um den nordöstlichsten (oben rechts ;-) der „Alberssee-Seenplatte“

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s