Herzlichen Glückwunsch Frau Jung!

Am 16. November 2013 wurde im Wilhelm-Morgner-Haus der gleichnamige Kunstpreis an die Lippstädter Künstlerin Jae-Eun Jung vergeben.

Der mit 15.000 € dotierte Preis wurde erstmalig 1953 vergeben und trägt den Namen des 1917 im Alter von 26 Jahren im Ersten Weltkrieg gefallenen Soester Expressionisten Wilhelm Morgner.

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Gleichzeitig wurde eine Ausstellung im Wilhelm-Morgner-Haus eröffnet, in der mehr als 30 Gemälde der insgesamt 10 Finalisten bis zum 5. Januar 2014 zu sehen sind. Besucher erhalten neben der immer wieder sehenswerten Morgner-Dauerausstellung einen Überblick über das aktuelle Kunstschaffen auf dem Gebiet der Malerei, das von experimentellen raumgreifenden Arbeiten bis hin zu ausschließlich figurativ ausgerichteten Positionen reicht. Gemeinsam ist allen Finalisten neben einer hohen künstlerischen Qualität und einer soliden künstlerische Vita, vor allem die Tatsache, dass sie einen eigenständigen künstlerischen Weg gewählt haben und reflexiv, oft auch kritisch Position zu ihrer Zeit und ihren Phänomenen beziehen.

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Unter 10 Finalisten wählte die Jury die 1971 geborene Jae-Eun Jung zur Siegerin. Sie ist hier mit Ihrem prämierten Ölgemälde „Mahlzeit“ von 2012 zu sehen.

Die recht kleinformatigen, kontemplativen Ölgemälde der geborenen Südkoreanerin nehmen sich in ihrer hellen, smaragdfarben schimmernden Farbigkeit optisch stark zurück. Emotional ziehen sie den Betrachter allerdings umso unmittelbarer in ihren Bann. Nie stellt sie den Menschen als Person in ihren Bildern dar. Stets verweist sie in ihren Gemälden auf die unmittelbare Gegenwart des Menschen, auf das von ihm benutzte Inventar, auf sein Leben. Jung spricht von Einsamkeit und Verlassenheit in einer Welt, die vor allem durch Abwesenheit glänzt.

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Das preisgekrönte Bild „Mahlzeit“ zeigt einzig die Fernsehfernbedienung auf dem Couchtisch und die Spiegelung eines Kirchblütenzweigs in seiner Glasplatte. Sie allein künden von der Existenz des Menschen . . . und das Bild Jungs selbst, das, wie Dr. Jochen Venus schrieb, „ein geistreich-hintersinniges Bekenntnis . . . zum Bild [als] Fenster in die lebendige Wirklichkeit“ ist.

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