Iwan Baan. Matsushima, Japan, 2013 Aufblasbarer Konzertsaal von Anish Kapoor und Arata Isozaki

52 Wochen, 52 Städte von Iwan Baan im Marta Herford

Unter dem Titel „52 Wochen, 52 Städte“ werden im Marta Museum Herford bis zum 16. Februar 2014 Fotografien von Iwan Baan ausgestellt. Der rastlos um die Welt reisende Fotograf wird nun erstmals in einer Einzelausstellung in einem deutschen Museum präsentiert.

„Was ich aber besonders faszinierend finde, ist, was geschieht, wenn die Architekten und Planer weg sind, und die Orte von Menschen vereinnahmt werden“. (Iwan Baan)

Wie kein Zweiter prägt Iwan Baan (*1975) das aktuelle Bild höchst unterschiedlicher globaler Lebensräume – von traditionellen Architekturen bis hin zu hypermodernen Bauten weltweit. Die berühmtesten Architekten der Welt wie Rem Koolhas, Herzog & de Meuron, Toyo Ito oder Zaha Hadid lassen ihre Bauwerke exklusiv von ihm fotografieren.

„52 Städte, 52 Wochen“ nimmt den Betrachter mit auf eine spektakuläre Reise um die Welt. Die Ausstellung ist gewissermaßen ein visuelles Tagebuch, das Iwan Baan bei seinem modernen Nomadendasein im vergangenen Jahr begleitet hat. Auf einfühlsame Weise verdichtet der niederländische Fotograf die Begegnungen mit ebenso alltäglichen wie ungewöhnlichen Orten zu einem engagierten Kommentar.

In 60 Fotografien zeigt Iwan Baan gebaute und besetzte Architekturen als menschlichen Lebensraum. Künstlerisch höchst anspruchsvoll und gleichzeitig sinnlich erfahrbar macht er kreative Überlebensstrategien sichtbar. In ausführlichen Kommentaren zu den gezeigten Werken erzählt der Künstler selbst, wie er diesen Welten begegnet, in denen er unterwegs ist. Iwan Baan nimmt sich Zeit für die Geschichten, die er in seinen Bildern zeigt. Mit anthropologischem Blick hält er nicht nur die Bauwerke, sondern stets auch deren Aneignung durch die Menschen fest. Iwan Baan, der selbst ohne festen Wohnsitz und daher ständig auf Reisen ist, kommt es weniger auf die Dokumentation als vielmehr auf die Interpretation der Orte an, die er besucht.

Vom Hubschrauber aus erkundet der Künstler urbane Zusammenhänge wie den architektonischen Wildwuchs im Kairoer Vorort Zabaleen oder den Stromausfall in einem Großteil von Manhattan unmittelbar nach dem Hurrikan Sandy – Bilder, die uns sonst unzugänglich bleiben würden. Sie korrespondieren im Wechsel mit Nahaufnahmen von Städten, Gebäuden und ihren Bewohnern, die die soziale Nutzung dieser (Lebens-)Räume verdeutlichen.

Iwan Baan, dessen Arbeiten schon in der Ausstellung „Richard Neutra in Europa“ (2010) im Marta Herford zu sehen waren, behauptet von sich selbst, „nicht viel Ahnung von Architektur zu haben“. Dennoch reißen sich renommierte Architekten weltweit um ihn. Es sind wohl sein eigenwilliger Blick und seine physische Einsatzbereitschaft, die seine Bilder so besonders machen.

Quelle

Pressemitteilung des Marta Museums Herford. Wir bedanken uns für die Genehmigung zur Verwendung der Texte und Bilder.

Weitere Informationen:

Anfahrt (nur 70 km!)