Gefragter Treffpunkt nicht nur für Ostertouristen: Die Abfertigungsschalter des heimischen Flughafens.

Rückenwind für Airport

Die EU-Kommission zeigt sich groß­zügig bei der Genehmigung von staatlichen Hilfen für Regionalflughäfen: Bis zu zehn Jahre lang dürfen die Airports Steuergelder in Anspruch nehmen. Erst dann müssen sie aus eigener Kraft profitabel sein. Vier Flughäfen, die wegen Verdachts auf unerlaubte Subventionen von der Dienststelle des Wettbewerbskommissars Almunia unter die Lupe genommen worden waren, wurden nun im Lichte der neuen Vorschriften durchgewunken. 28 weitere anhängige Fälle will der Spanier zügig abarbeiten, berichtet die WAZ.

Gefragter Treffpunkt nicht nur für Ostertouristen: Die Abfertigungsschalter des heimischen Flughafens.
Gefragter Treffpunkt nicht nur für Ostertouristen: Die Abfertigungsschalter des heimischen Flughafens.

 

Nach den bisherigen Spielregeln waren zwar Zuschüsse zur Einrichtung eines neuen Flughafens als Investitionshilfen zulässig, nicht aber zu den Betriebskosten. Die Vorgaben für Stütze zugunsten der Infrastruktur werden nun präzisiert. Sie richten sich nach der Größe: Bei kleinen Airports mit weniger als einer Million Passagieren pro Jahr darf die öffentliche Hand bis zu 75 Prozent übernehmen, bis zu drei Millionen die Hälfte, bei maximal fünf Millionen ein Viertel.

Betriebskosten dürfen bezuschusst werden, wenn ein Flug­hafen nachweist, dass er sich binnen zehn Jahren selbst tragen kann. Hintergrund der Neufassung der Brüsseler Vorgaben ist der Aufstieg der Billigflieger. „Das Geschäftsmodell der Billig-Linien beruht stark auf kleinen, nicht überlasteten Regionalflughäfen mit kurzen Abfertigungszeiten“, erklärt die Kommission. Dabei würden mit öffentlichen Geldern einerseits die Anbindung abgelegener Landstriche gesichert, Großflughäfen entlastet und die Reisemöglichkeiten der Bürger verbessert. Auf der anderen Seite finanziere der Steuerzahler unsinnige Überkapazitäten. Die neuen Regeln sollen für eine vernünftige Balance sorgen.

Sie könnten dem Flughafen Paderborn-Lippstadt langfristig Rückenwind geben. Der Airport hatte in der Vergangenheit wiederholt die Subventionspraxis bei Wettbewerbern wie Dortmund und Kassel-Calden kritisiert. In Büren starten und landen keine Billigflieger.

Flughafenchef Marc Cezanne habe sich nach Angaben der WAZ nicht zu den Vorgaben äußern wollen. Er wolle zunächst das viele Seiten umfassende Papier auf dem Tisch haben und studieren. Vor wenigen Wochen hatte Cezanne gegenüber der Zeitung geäußert, dass das Ziel der Kommission sein müsse, „gleiche Wettbewerbsbedingungen“ zu schaffen: „Es kann nicht sein, dass Flughäfen über einen längeren Zeitraum hohe Verluste einfahren und nur durch Subventionen am Leben gehalten werden.“

Derzeit ist in Deutschland in Bezug auf Passagiere und Fluglinien eine Verlagerung zu den größeren Airports festzustellen. Dass Brüssel kleinere Flughäfen unterstützen will, die einen echten Verkehrsbedarf haben und auf eigenen Beinen stehen können, dürfte für Paderborn-Lippstadt ein gutes Signal sein. Den Leitlinien zufolge sollen Flughäfen, die weniger als 100 Kilometer oder 60 Minuten Fahrzeit voneinander entfernt liegen, in Zukunft nicht mehr in den Genuss von Beihilfen kommen dürfen. Danach hätte der unter 70 Kilometer entfernte Flughafen Kassel-Calden wohl kaum gebaut werden dürfen.

Und hier geht’s zum kompletten Artikel in der WAZ

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