Von Geschäftsführerin Beatrix Schwarze und der ersten Vorsitzenden des Vereins, Dr. Kirsten Witte (v.r.), erhielten in Anwesenheit ihrer Auditorin Astrid Laudage (l.) die Vertreter der Stadt Lippstadt das Zertifikat „Familiengerechte Kommune“

Lippstadt ist „familiengerechte Kommune“

Nach 2010 ist die Stadt Lippstadt jetzt erneut als „Familiengerechte Kommune“ ausgezeichnet worden. In Bochum erhielten Bürgermeister Christof Sommer und weitere Vertreter der Stadt das Zertifikat aus den Händen von Dr. Kirsten Witte, erste Vorsitzende des Vereins „Familiengerechte Kommune“ und Leiterin des Programms Kommunen und Regionen der Bertelsmann Stiftung und der Geschäftsführerin des Vereins, Beatrix Schwarze.

Von Geschäftsführerin Beatrix Schwarze und der ersten Vorsitzenden des Vereins, Dr. Kirsten Witte (v.r.), erhielten in Anwesenheit ihrer Auditorin Astrid Laudage (l.) die Vertreter der Stadt Lippstadt das Zertifikat „Familiengerechte Kommune“
Von Geschäftsführerin Beatrix Schwarze und der ersten Vorsitzenden des Vereins, Dr. Kirsten Witte (v.r.), erhielten in Anwesenheit ihrer Auditorin Astrid Laudage (l.) die Vertreter der Stadt Lippstadt das Zertifikat „Familiengerechte Kommune“

Laudatorin Kirsten Witte hob in ihrer Ansprache besonders den Mut der Lippstädter hervor, die neben der Landeshauptstadt Düsseldorf bereits zum zweiten Mal das Auditierungsverfahren durchlaufen hatte.

„Sie waren vor vier Jahren mutig genug, sich als Pioniere auf einen Prozess einzulassen, der damals ganz neu war. Und Sie waren erfolgreich.“ Mit der Etablierung von Notfallbetreuungsmöglichkeiten für berufstätige Eltern, der Herausgabe eines Familienwegweisers oder den eingerichteten Wickeltischen und Spielecken in Geschäften in der Innenstadt nannte sie gleich mehrere Projekte aus der Pilotphase, die sich in den drei Jahren der Umsetzungsphase weiterentwickelt und verstetigt hätten.

„Die Re-Auditierung zeigt, dass Sie zum einen die im ersten Prozess entwickelten Maßnahmen nachhaltig umgesetzt haben und zum anderen immer weiter auf der Suche nach neuen Ideen und Verbesserungen bleiben.“

So gehe man in Lippstadt beispielsweise im Bereich der Ganztagsbetreuung an Schulen einen nächsten wichtigen Schritt mit der Entwicklung von Qualitätsstandards. „Die Einrichtung und das Angebot von Ganztagsbetreuung gelten mittlerweile schon als selbstverständlich, aber Sie legen mit dem Vorhaben Qualitätsstandards einzuführen noch eine Schippe oben drauf.“

Beeindruckt zeigte sich Kirsten Witte auch von der Befragung von 860 Jugendlichen nach ihrem Freizeitverhalten und den Wünschen an ein Freizeit- und Kulturangebot in Lippstadt, die zwar mit einem sehr hohen Aufwand verbunden, aber genau der richtige Weg sei.

Für die Stadt Lippstadt nahmen Bürgermeister Christof Sommer, Fachbereichsleiter Familie, Schule und Soziales Manfred Strieth sowie Werner Kalthoff, Fachdienstleiter Soziales und Integration, und Frank Osinski vom Jugend- und Familienbüro der Stadt Lippstadt die Auszeichnung entgegen. Christof Sommer freute sich vor den Vertretern der anderen ausgezeichneten Kommunen über den breiten Rückhalt, den das Audit in Lippstadt habe.

„Wir hatten ein einstimmiges Votum im Rat, dieses Auditierungsverfahren erneut zu durchlaufen, weil für alle Beteiligten klar ist, dass uns das in unserem Bestreben, uns als familiengerechte Kommune immer weiterzuentwickeln unterstützen kann.“ Letztlich sei ein solches Verfahren auch eine Selbstverpflichtung, die Ideen und Maßnahmen in den nächsten drei Jahren umzusetzen. Frank Osinski freute sich über die Dynamik, die sich gerade im zweiten Auditierungsverfahren entwickelt habe. War das Projekt beim ersten Mal noch „klassischerweise“ im Bereich Familie und Soziales verankert gewesen, habe man beim zweiten Mal eine fachdienstübergreifende Arbeitsgruppe gebildet.

Alle ziehen an einem Strang

„Die Tatsache, dass alle mit einbezogen werden und an einem Strang ziehen, kommt dem Prozess wirklich zugute“, so Frank Osinski.
Nach der einjährigen Auditierungsphase und der Zertifizierung startet nun die dreijährige Umsetzungsphase, in der die Umsetzungsschritte im Rahmen einer jährlichen Berichterstattung dokumentiert werden. „Wir sind nicht zuletzt durch die Zertifizierung motiviert, die in der Auditierungsphase erarbeiteten Maßnahmen umzusetzen, um Lippstadt für alle Bürger – vom Kleinkind bis zum Senioren – noch familiengerechter und damit lebenswerter zu machen“, macht Manfred Strieth deutlich.

Das Audit Familiengerechte Kommune ist eine Initiative vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Familie und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, der berufundfamilie gGmbH und der Bertelsmann Stiftung. Das Audit ist ein strategisches Planungs- und Führungsinstrument für die politische Entscheidungsebene. Es ist als demokratischer Prozess im Zusammenspiel von Politik, Verwaltung und Bürgerschaft angelegt. Über einen rund zwölfmonatigen Prozess geht der Auditor mit der teilnehmenden Kommune Schritte, die nicht nur zur Erlangung des gewünschten Zertifikats erforderlich sind. Der Weg durch die Auditierung beschreibt vielmehr einen Entwicklungsprozess der Kommune.