Liest am 20. März aus ihrem Debütroman: Die Lippstädter Autorin Rita Fust. Fotos: Sabine Hense-Ferch

Roman-Autorin erinnerte an Geschichte der Lippe

„Wussten Sie, dass die Lippe ein junger Fluss ist?“ Mit diesen Worten begann die Lippstädter Autorin Rita Maria Fust am vergangenen Sonntag ihre Lesung in Baumhoers Lippeauenblick in Wadersloh. Im ausverkauften Wintergarten gab Fust vor über 60 Zuhörern einen kurzen Rückblick über „nur“ 11.500 Jahre Lippe westlich von Lippstadt und berief sich dabei auf Broschüren der Bezirksregierung Arnsberg und des Staatlichen Umweltamtes Lippstadt.

Das Stöbern im Stadtarchiv brachte die Idee zum Roman. Eine Fortsetzung ist
Rita Maria Fust im Elippse-Interview. Foto: Sabine Hense-Ferch

Die einst stärkste Festung zwischen Rhein und Weser

Die Nutzung der Lippe durch Schifffahrt, Landwirtschaft und das Mühlengewerbe gehörten ebenso zur Geschichte des Flusses wie die Nutzung zur Stadtsicherung. Der Ausbau der Festung Lippstadt erreichte mit Ende des Siebenjährigen Krieges im Jahre 1763 seinen Höhepunkt. Dann wurde mit dem Rückbau, der so genannten Schleifung, der Anlagen begonnen. Heute ist davon nichts mehr zu sehen – mit einer Ausnahme: Das alte Soesttor ist in ein Gebäude, nämlich das Schauroth’schen Palais, integriert worden. Weitere „stille“ Zeugen der einstigen Stadtsicherung seien Lippe-Verzweigungen innerhalb der Kernstadt: die nördlich und südliche Umflut, der Schifffahrtskanal und die Lippe selbst.

Die Stadt sitzt auf einem „Pulverfass“

Anschließend ließ Rita Maria Fust die Zuhörer noch an ihrem historischen Lippstadt-Roman „Der Kaufmann von Lippstadt“ teilhaben, denn auch hier spielt die Lippe eine wichtige Rolle. Die Geschichte reicht zurück ins Jahr 1764: Der Siebenjährige Krieg ist vorbei und es könnte eigentlich Ruhe einkehren. Doch mit der Explosion eines der vielen Pulvermagazine, die Lippstadt noch aus Kriegszeiten hat, beginnt das düstere Schicksal des Kaufmanns von Lippstadt. Ferdinand Overkamp heißt der fiktive Protagonist des historischen Romans; er kämpft um seinen Ruf und den seiner Familie. Fust las eine Auswahl historischer Passagen, die die Zuhörer auf eindrückliche Weise in den Bann der alten Zeit zogen. Die Autorin erklärte, dass sie in ihrem Roman Gegenwartspassagen eingebaut habe, um zu zeigen, dass die Vergangenheit nicht einfach vorbei sei. „Unser Heute ist nur so wie es ist, weil das damals so war wie es war. Man muss die Zeit als Ganzes sehen, und die Vergangenheit hat sehr wohl Auswirkungen auf die Gegenwart“, so Fust. Das erfahre man in ihrem Roman an der Figur des Oliver Thielsen.

Nach der Veranstaltung erfüllte Rita Maria Fust zahlreiche Leserwünsche nach einer persönlichen Widmung. Foto: Hense-Ferch
Nach ihren Lesungen signiert die Autorin ihre Bücher.

„Haben Sie lange geschrieben?“

Am Ende der rund zweistündigen Veranstaltung in der Klostermersch bei Wadersloh-Göttingen plauderte Rita Maria Fust noch aus den Nähkästchen und beantwortete die vielen interessierten Fragen. Vier Jahre habe es von der ersten Idee bis zu dem Augenblick gedauert, in dem sie ein gedrucktes Exemplar ihres Romans „Der Kaufmann von Lippstadt“ zum ersten Mal in den Händen halten konnte. Man brauche z. B. bei der Verlagssuche nicht nur einen langen Atem, sondern auch viel Glück.

Der Roman „Der Kaufmann von Lippstadt“ ist seit März 2014 im Buchhandel und zeichnet sich durch viel reale Lippstädter Stadtgeschichte aus.

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