Karl-Heinz Schwartze (links) von der Stadtentwässerung und Stadtwerke-Chef Siegfrief Müller freuen sich auf das Klärschlamm-Projekt. Foto: Hense-Ferch

Lippstadt als Vorreiter bei Klärschlamm-Lösung

In Lippstadt werden künftig 5000 Tonnen des Abfallstoffs jährlich zu hochwertigem Brennstoff veredelt

Wohin nur mit dem Klärschlamm? Die Entsorgung stellt für Lippstadt – ebenso wie für viele andere Kommunen – ein drängendes Problem dar: War es bis vor wenigen Jahren noch vielerorts gang und gäbe, den Klärschlamm auf landwirtschaftlichen Flächen auszubringen, sorgen strenge Gesetze dafür, dass Kommunen sich nach Alternativen umsehen müssen. Mit dem Thema beschäftigt sich jetzt ein doppelseitiger Beitrag in der aktuellen Ausgabe des Magazins Rathausconsult. Die Vorteile des Lippstädter Modells werden hier anschaulich dargestellt. Lippstadt könnte mit dem Vorgehen eine deutschlandweite Vorreiterrolle übernehmen.

Doppelseitiger Beitrag über das Klärschlamm-Projekt in Lippstadt.
Doppelseitiger Beitrag über das Klärschlamm-Projekt in Lippstadt.

Eine Alternative ist eine Verbrennung des Schlamms durch so genannte Thermische Verwerter, also Verbrennungsanlagen. Sie sind bereit, den entwässerten Schlamm anzunehmen. Bei dieser Variante wird aber sehr viel Wasser transportiert. Alternativ kann der Klärschlamm am Entstehungsort getrocknet werden. Die Stadtentwässerung Lippstadt setzt auf die 2. Variante: Sie wird demnächst den anfallenden Klärschlamm mit einem Bandtrockner trocknen, der von einem Blockheizkraftwerk mit Warmluft und Strom versorgt wird. Der Effekt: Kostenersparnis und Gewässerschutz.

„Wir gewinnen unser Trinkwasser aus eigenen Brunnen auf dem Stadtgebiet, deshalb kommt aus Gründen des Verbraucherschutzes eine Ausbringung des Klärschlamms auf landwirtschaftliche Flächen nicht mehr in Betracht“, erklärt Siegfried Müller, Geschäftsführer der Stadtwerke Lippstadt GmbH und in Personalunion Vorstand der Stadtentwässerung Lippstadt AöR. Vor allem die im Klärschlamm enthaltenen Mikroverunreinigungen – Medikamentenrückstände und Hormone – bereiten ihm Kopfzerbrechen. Stadtentwässerung und Stadtwerke Lippstadt suchen deshalb  gemeinsam nach einer Alternative für die Entsorgung von jährlich rund 5000 Tonnen entwässerten Schlamms, die in der Zentralkläranlage der 70.000 Einwohner zählenden Stadt im Kreis Soest anfallen. Als zu Beginn des Jahres 2015  die Düngemittelverordnung weiter verschärft wurde, bedeutete das für Lippstadt das Aus für die Entsorgung auf dem Acker. Auch viele andere Kommunen müssen jetzt nach Wegen suchen, bei der Entsorgung ihres Klärschlamms unabhängig von landwirtschaftlichen Flächen zu werden.

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