Organist Sebastian Freitag

21.06.2017: 30 Minuten Orgelmusik mit Sebastian Freitag

Sebastian Freitag aus Paderborn ist ein immer wieder gern gehörter Gast an der Marienorgel. Auch in diesem Jahr ist er wieder in der Reihen „30 Minuten Orgelmusik am Mittwochnachmittag“ dabei, sein Konzert beginnt am 21. Juni um 16.30 Uhr in der Marienkirche.

Mit Johann Sebastian Bachs monumentaler Passacaglia c-Moll und zwei Sätzen aus Charles Marie Widors 6. Symphonie g-Moll op.42/6 hat er wieder zwei große Meilensteine der Orgelliteratur dabei. Bachs großes Werk war seine einzige Komposition in der Form Passacaglia und zugleich Höhepunkt. Sie hatte großen Einfluss auf Kompositionen des 19. und 20. Jahrhunderts. Eine Passacaglia steht typischerweise in Moll und im ¾-Takt und basiert auf einem Bass-Ostinato. Bach führt dieses nicht nur immer weiter gesteigert aus, sondern lässt das Thema auch in eine Doppelfuge münden, die einen kunstvollen wie virtuosen Abschluss bildet. Widors Orgelsymphonien stellen einen besonderen Höhepunkt der Orgelmusik der Romantik dar. Widor versucht hier, die Orgel als ein dem Orchester ebenbürtiges Instrument erklingen zu lassen. Die insgesamt 10 entstandenen Symphonien sind eng mit den Instrumenten des Orgelbauer Cavaillé-Coll verbunden. Widor war 64 jahre lang Organist am „Opus maximum“ des Orgelbauers in der Kirche St. Sulpice in Paris.

Den beiden großen Werken gegenüber stellt Sebastian Freitag das eher unbekannte „Andante con Variazioni in G“ von Johann Melchior Dreyer (1746 – 1824). Dreyer war als Hofmusiker des Reichsstifts Ellwangen tätig. Obwohl Dreyer lebenslang seine Heimat nicht verließ, verbreitete sich seine Musik im katholischen Mittel-Europa (und auch darüber hinaus) weit.

Sebastian Freitag, (*1986) studierte an der Hochschule für Musik in Detmold die Katholische Kirchenmusik (A-Examen) und Orgel (künstlerische Reifeprüfung) bei den Professoren Gerhard Weinberger, Martin Sander und Tomasz Adam Nowak. Ein Aufbau-Studiengang Konzertexamen Orgel bei Prof. Martin Sander schloss sich 2015 an. Parallel dazu belegte er Meisterkurse u.a. bei Edgar Krapp, Michael Radulescu und Wolfgang Zerer. Von 2011 bis 2013 wirkte er als Interims-Domorganist am Hohen Dom zu Paderborn. Seit Oktober 2013 ist er Dekanatskirchenmusiker des Dekanats Paderborn mit Dienstsitz in Schloss Neuhaus. 2014 spielte er zusammen mit der Cellistin Jana Telgenbüscher seine erste CD „Sonorities – himmlische Klangwelten“ ein. Rundfunk – und Fernsehaufnahmen sowie Konzerte als Organist und Continuospieler runden seine Tätigkeit ab.

Vielen Dank für Text und Bild an Kantor Roger Bretthauer

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